TradingView: das Werkzeug für die lange Position und die Risikorechnung
Das Werkzeug für die lange Position in TradingView ist das am meisten unterschätzte Element der Plattform: es verwandelt die Markierung eines Charts in die drei Zahlen, die man vor dem Auftrag braucht — den Preis des Fehlers, das Verhältnis von Risiko und Ergebnis und das Volumen für ein gesetztes Kontoprozent. Wir sehen uns an, wie es eingestellt wird, warum seine Angaben vom Terminal des Brokers abweichen und welche Aufgaben des Risikomanagements außerhalb des Charts bleiben.
TradingView ist Chart und Planung und kein Ort der Ausführung. Der Trade wird hier markiert: Einstiegsniveau, Ungültigkeitsniveau der Idee, Ziel. Der Auftrag geht an den Broker — direkt über eine Verbindung oder von Hand im Terminal.
Was das Positionswerkzeug zeigt
Auf der Zeichenleiste gibt es zwei spiegelbildliche Werkzeuge — eines für den Kauf und eines für den Verkauf. Beide werden mit drei Zügen gebaut: Einstiegsniveau, Stopniveau, Zielniveau. Danach rechnet die Plattform selbst.
| Die Zahl im Chart | Wie sie entsteht | Was man damit macht |
|---|---|---|
| Abstand zum Stop | Differenz zwischen Einstiegs- und Stopkurs | Ausgangsgröße für das Volumen |
| Risiko in Prozent des Kurses | Abstand ÷ Einstiegskurs | Vergleich von Trades auf verschiedenen Paaren |
| Abstand zum Ziel | Differenz zwischen Zielkurs und Einstieg | Prüfung, ob die Absicht realistisch ist |
| Verhältnis von Risiko und Ergebnis | Ziel ÷ Stop | Filter für Einstiege vor dem Auftrag |
| Risiko in Geld | Risikoprozent × Kontogröße | Preis des Fehlers in der Kontowährung |
| Menge | Risiko ÷ (Stop × Wert eines Schritts) | Volumen, das beim Broker einzugeben ist |
Die letzten beiden Zeilen erscheinen erst nach der Einstellung: standardmäßig zeigt das Werkzeug Prozentsätze und das Verhältnis, kennt aber Ihr Konto nicht.
Wie man den TradingView-Positionsrechner einstellt
Die Einstellung erfolgt einmal und wird in der Vorlage des Werkzeugs gespeichert. Danach zeigt jede neue Markierung sofort das Volumen für Ihr Risikoprozent — faktisch ein eingebauter TradingView-Positionsrechner, nur an den Chart gebunden und nicht an ein eigenes Formular.
Ein Doppelklick auf die gezeichnete Position öffnet die Parameter: Kontogröße, Währung, Risiko und Lotgröße.
einmaligDas Kapital und nicht den Kontostand, und in der Kontowährung. Die Zahl wird von Hand aktualisiert — die Plattform kennt den Stand Ihrer Einlage nicht.
einmal pro WocheEin Prozentsatz des Kontos oder ein fester Betrag. Ein Prozentsatz ist bequemer: das Volumen wird bei einer Änderung der Einlage automatisch neu gerechnet.
einmaligFür Währungspaare sind das hunderttausend Einheiten der Basiswährung je Standardlot. Ohne dieses Feld wird die Menge in Einheiten und nicht in Lots gerechnet.
einmaligSonst muss man die Einstellungen bei jeder neuen Markierung wiederholen, und früher oder später wird ein Trade mit fremden Parametern gerechnet.
verpflichtendMenge = (Kontogröße × Risiko) ÷ (Abstand zum Stop × Wert eines Schritts)
Risk reward ratio TradingView: wie man das Verhältnis liest
TradingView zeigt die risk reward ratio direkt im Chart, und das verändert die Auswahl der Trades: es wird sichtbar, dass das Ziel zu weit gezeichnet oder der Stop zu nah gesetzt ist, noch bevor der Auftrag abgeschickt wird. Ein hohes Verhältnis für sich garantiert nichts — es wirkt im Paar mit dem Anteil der Gewinne.
| Verhältnis | Break-even-Trefferquote | Trefferquote 40 % | Trefferquote 50 % |
|---|---|---|---|
| 1 : 1 | 50,0 % | Verlust −0,20 R | null |
| 1 : 1,5 | 40,0 % | null | plus 0,25 R |
| 1 : 2 | 33,3 % | plus 0,20 R | plus 0,50 R |
| 1 : 3 | 25,0 % | plus 0,60 R | plus 1,00 R |
| 1 : 5 | 16,7 % | plus 1,40 R | plus 2,00 R |
Die Tabelle erklärt, warum es sich lohnt, das gezeichnete Verhältnis mit der eigenen Statistik abzugleichen: ein Ziel von fünf Risiken ist deutlich seltener erreichbar als ein Ziel von einem, und der Gewinn in der Spalte des Erwartungswerts wird teilweise vom Fall der Trefferquote aufgezehrt.
Warum die Zahlen vom Terminal des Brokers abweichen
Die Markierung im Chart und der Auftrag beim Broker leben in verschiedenen Systemen, und das ist in Ordnung, solange der Unterschied bewusst ist. Vier Quellen der Abweichung kommen ständig vor.
Alerts und Bar-Replay
Zwei Funktionen der Plattform betreffen die Risikosteuerung unmittelbar, obwohl sie nicht wie Rechner aussehen.
TradingView und Risiko: kurze Antworten
- Kann man das Risiko pro Trade in TradingView rechnen
- Ja, wenn in den Einstellungen des Positionswerkzeugs Kontogröße und Risikoprozent angegeben sind. Dann zeigt die Plattform die zulässige Menge selbst an.
- Wird die Kontogröße automatisch aktualisiert
- Nein. Der Wert wird von Hand eingegeben, deshalb sollte man ihn nach einer merklichen Änderung der Einlage überprüfen — sonst wird das Volumen von einer veralteten Zahl gerechnet.
- Rechnet die Plattform die Margin
- Nein. Hebel und benötigte Sicherheitsleistung bleiben im Terminal des Brokers: der Chart kennt die Bedingungen Ihres Kontos nicht.
- Braucht man für Risikomanagement ein kostenpflichtiges Abo
- Das Positionswerkzeug und die Alerts funktionieren auch im kostenlosen Tarif. Ein Abo hebt die Grenzen für die Zahl der Alerts und die Tiefe der Historie auf.
- Berücksichtigt das Werkzeug Spread und Kommission
- Nein, die Markierung wird auf dem Kurs des Charts gebaut. Die Kosten kommen gesondert hinzu — genau sie verwandeln ein Verhältnis von 1 : 2 in 1 : 1,7.
- Ersetzt Bar-Replay einen Trainer
- Nein: darin gibt es weder Spread noch Swap noch ein Ausführungsmodell. Es ist zur Prüfung der Markierung nützlich und nicht zur Bewertung der Statistik eines Systems.
Häufige Fragen
Wo befindet sich das Werkzeug für die lange Position in TradingView
Auf der vertikalen Zeichenleiste links, in der Gruppe der Prognose- und Messwerkzeuge. Dort liegt auch das spiegelbildliche Werkzeug für die kurze Position für Verkaufstrades.
Wie bringt man das Werkzeug dazu, das Volumen in Lots anzuzeigen
In den Einstellungen müssen Kontogröße, Risikoprozent und Lotgröße ausgefüllt werden. Für Währungspaare entspricht die Lotgröße hunderttausend Einheiten der Basiswährung, danach wird die Menge in den gewohnten Lots angezeigt.
Warum ändert sich das Chance-Risiko-Verhältnis beim Ziehen des Stops
Das Verhältnis ist das Verhältnis der Abstände zum Ziel und zum Stop. Indem Sie den Stop näher rücken, verkleinern Sie den Nenner, und das Bild verbessert sich, obwohl die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Stop vom Rauschen herausgeworfen wird.
Kann man direkt aus TradingView handeln
Bei einem Teil der Broker gibt es eine Verbindung, und der Auftrag geht vom Chart aus. Die Margin-Rechnung und die tatsächliche Ausführung geschehen trotzdem auf der Seite des Brokers.
Stimmt der Chart von TradingView mit den Notierungen des Brokers überein
Nicht immer: die Datenquellen sind verschieden. Für die Markierung ist das unwesentlich, für ein exaktes Stopniveau wesentlich, besonders auf kurzen Distanzen.
Wie nutzt man Alerts zur Risikokontrolle
Eine Benachrichtigung auf das Einstiegsniveau setzen statt am Bildschirm zu warten, und eine auf das Ungültigkeitsniveau der Idee zur Kontrolle der Ausführung. Weniger Zeit am Chart bedeutet weniger Trades, die nicht im Plan standen.
Hat Pine Script für die Risikosteuerung einen Sinn
Ja: eine Strategie in Pine rechnet das Volumen aus einem Prozentsatz des Kapitals und berücksichtigt Kommission und Slippage im Bericht. Aber das Ergebnis des Testers ist ein Modell und kein Versprechen eines künftigen Ergebnisses.
Was tun, wenn die Menge kleiner ausfällt als das Mindestvolumen des Brokers
Dann passt der Trade nicht ins Risiko: entweder ist der Stop für Ihre Einlage zu lang oder das Risikoprozent ist zu klein gesetzt. Der richtige Ausweg ist, den Trade auszulassen, und nicht, das Risiko zu erhöhen.
Zeigt das Werkzeug die Wahrscheinlichkeit, das Ziel zu erreichen
Nein, und kein Werkzeug zeigt das. Das Verhältnis ist die Geometrie von Niveaus; die Wahrscheinlichkeit liefert allein Ihre Statistik auf Distanz.
Kann man für verschiedene Paare ein unterschiedliches Risiko einstellen
Man kann mehrere Vorlagen des Werkzeugs mit verschiedenen Parametern speichern. Meist ist es aber nützlicher, einen Prozentsatz für alle Paare zu behalten und den Abstand zum Stop zu ändern und nicht den Risikoanteil.
Berücksichtigt die Plattform die Korrelation offener Positionen
Nein. Das Gesamtrisiko über mehrere korrelierte Paare wird gesondert gerechnet — im Chart sieht jeder Trade unabhängig aus.
Braucht man TradingView, wenn man das Terminal des Brokers hat
Nicht zwingend, aber Markierung und Planung sind darin bequemer, und das Positionswerkzeug zeigt Verhältnis und Volumen gleichzeitig. Die Ausführung bleibt dabei im Terminal.